Wenn dein Alltag dazwischenkommt

Was mich wirklich satt hält

ca. 4 Minuten

Mein Essen sieht heute ziemlich unspektakulär aus. Heute gab es ein Ofengemüse-Blech: Süßkartoffeln, normale Kartoffeln, Zwiebeln, alles zusammen im Ofen ausgebacken. Dazu eine Proteinquelle – manchmal ganz banal Chicken Nuggets – und ein selbst angerührter Dip auf Skyr-Basis, also noch mehr Protein. Kein Essen fürs Foto. Aber es hält mich stundenlang satt, und genau darauf kommt es an.

Früher habe ich Abnehmen mit „wenig essen" verwechselt. Kleine Portionen, viel Verzicht, ständig ein leichtes Hungergefühl – und genau deshalb ständig kurz vor dem nächsten Kontrollverlust. Ich habe mich tapfer gefühlt, wenn ich hungrig ins Bett ging, und mich dann gewundert, warum ich zwei Tage später alles in mich hineingestopft habe.

Nicht weniger essen war der Schlüssel, sondern richtig satt essen – mit dem, was lange trägt.

Hunger ist kein Zeichen von Disziplin. Hunger ist der zuverlässigste Weg, ein System zu sprengen. Ein dauerhaft hungriger Mensch trifft keine guten Entscheidungen – er hält eine Weile durch und explodiert dann. Wer dagegen satt ist, muss abends gar nicht erst gegen Heißhunger ankämpfen, weil der Heißhunger meistens gar nicht kommt.

Als ich einmal verstanden hatte, was mich persönlich wirklich füllt – genug Protein, genug Volumen, genug von dem, was mir schmeckt –, wurde das Ganze überraschend einfach. Ich musste nicht mehr rechnen und leiden, sondern nur ein paar Kombinationen finden, die satt machen und ins Budget passen. Den Rest erledigt die Sättigung von allein.

Und es müssen keine komplizierten Rezepte sein. Ein paar simple, sättigende Gerichte, die man im Schlaf hinbekommt, sind mehr wert als jeder aufwendige Ernährungsplan, den man nach zwei Wochen genervt wieder aufgibt. Langweilig und verlässlich schlägt spektakulär und kurzlebig.

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