Wenn du ruhiger weitermachen willst

Ein schlechter Tag ist kein Systembruch

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Früher lief ein schlechter Tag immer nach demselben Muster ab. Irgendetwas kippte – ein Essen, eine Feier, ein Cheat Meal – und am nächsten Morgen sprang die Waage hoch. Und in dem Moment war für mich alles egal. „Jetzt ist der Tag eh im Eimer, ich fange Montag neu an." So wurde aus einem einzelnen Ausrutscher regelmäßig eine verlorene Woche.

Das Verrückte daran: Der Waagensprung, der mich jedes Mal umgeworfen hat, war meistens gar kein Fett. Ich hatte an so einem Tag viele Kohlenhydrate gegessen, und der Körper zieht daraufhin Wasser. Ich habe also auf eine reine Wasserzahl mit einem kompletten Rückzug reagiert – und mir damit erst den echten Schaden zugefügt.

Heute weiß ich es einzuordnen: viele Kohlenhydrate, morgen zeigt die Waage mehr, das ist Wasser, ich trinke viel, halte durch, und in ein paar Tagen ist es wieder weg. Der schlechte Tag ist real. Aber er bricht nichts – außer ich mache ihn selbst zum Bruch.

Ein einzelner Tag, an dem es nicht optimal lief, verändert deinen Fortschritt kaum. Was ihn verändert, ist die Reaktion darauf: Ob du nach einem üppigen Abend einfach normal weitermachst oder ob du daraus einen mehrtägigen „ist eh egal"-Modus machst. Das Erste ist ein Wackler. Das Zweite ist der eigentliche Rückschritt.

Die wichtigste Frage nach einem Ausrutscher ist deshalb nicht „Wie schlimm war das?", sondern „Was ist jetzt meine nächste sinnvolle Handlung?". Und die nächste sinnvolle Handlung ist fast nie ein großer, dramatischer Neustart. Sie ist einfach die nächste normale Mahlzeit.

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