Wenn dein Alltag dazwischenkommt
Ich koche nicht mehr als nötig
Es gibt diese hartnäckige Vorstellung, dass gesunde Ernährung Abwechslung, ständig neue Rezepte und viel Aufwand bedeutet. Ich habe das lange geglaubt und bin genau daran gescheitert. Wer jeden Tag neu überlegt, was er kocht, trifft jeden Tag eine anstrengende Entscheidung mehr – und irgendwann, wenn der Tag lang genug war, gewinnt der Lieferdienst.
Heute koche ich bewusst nicht mehr als nötig. Ich habe eine Handvoll simpler Gerichte, die ich mag, die satt machen und die ich fast blind hinbekomme. Die wiederholen sich, Woche für Woche. Und das ist kein Mangel an Kreativität, das ist Absicht – eine der besten Entscheidungen, die ich für meinen Alltag getroffen habe.
Jede Mahlzeit, über die ich nicht mehr nachdenken muss, ist eine Entscheidung weniger, an der mein Tag scheitern kann.
Wiederholung hat einen schlechten Ruf, dabei ist sie einer der stärksten Verbündeten beim Abnehmen. Wer weiß, was er die meiste Zeit isst, muss nicht ständig neu planen, nicht ständig einkaufen wie für ein Kochbuch, nicht ständig gegen Versuchungen antreten, die man gar nicht erst im Haus hätte. Der Kopf bleibt frei für die Dinge, die wirklich eine Entscheidung brauchen.
Dazu kommt ein praktischer Nebeneffekt: Wenn sich das Essen wiederholt, kenne ich meine Portionen und meine ungefähren Werte im Schlaf. Ich muss nicht bei jedem neuen Gericht rätseln, was da eigentlich drin ist. Weniger Abwechslung heißt hier auch weniger Unsicherheit.
Abwechslung ist schön für die guten Tage, und die gönne ich mir. Aber getragen wird das Ganze von den langweiligen, verlässlichen Mahlzeiten, die einfach immer funktionieren – auch dann, wenn ich müde, gestresst oder einfach durch bin.