Wie ich KI beim Abnehmen nutze

Ich habe ChatGPT gefragt, wie man abnimmt

ca. 5 Minuten

Anfang 2025 stand ich morgens im Bad auf der Waage und sah eine Zahl, die ich nie wieder sehen wollte: 106. Nach meiner Schwangerschaft war ich mal bei 94 gewesen, endlich unter der 100, und ich hatte mir eingebildet, dass diese Richtung jetzt einfach so bleibt. Tat sie nicht. Es war kein dramatischer Moment. Eher dieses stille, altbekannte „nicht schon wieder", das man kennt, wenn man denselben Kampf schon zu oft geführt hat.

Ich habe in meinem Leben schon mehrfach abgenommen. Teilweise sehr viel, teilweise auf Wegen, die ich niemandem empfehlen würde. Wissen war dabei nie mein Problem. Ich kannte die Regeln, ich kannte die Theorie, ich hätte Vorträge halten können. Mein Problem war der ganz normale Alltag zwischen den guten Vorsätzen.

Im Juni las ich dann in einer Facebook-Gruppe, in der es um KI geht, wie jemand beiläufig schrieb, er habe mit ChatGPT fünfzehn Kilo abgenommen. Mein erster Gedanke war eine Mischung aus Skepsis und „krass, das könnte ich doch eigentlich auch". Ich war neugierig. Und ehrlich gesagt auch ein bisschen beunruhigt, weil ich merkte, dass sich mein Gewicht gerade wieder in genau die Richtung bewegte, aus der ich mühsam herausgekommen war.

Also loggte ich mich ein und stellte eine ziemlich simple Frage: „Ich habe gelesen, dass du auch beim Abnehmen helfen kannst. Wie?"

Die erste Antwort war, ehrlich gesagt, nicht der Durchbruch. Sie war genau das, was man erwartet: ein bisschen Kaloriendefizit, ein bisschen Bewegung, ein bisschen Geduld. Nichts, was ich nicht schon zwanzig Mal gelesen hatte. Im Internet gibt es tausend Diäten und Mythen, und plötzlich saß ich vor einem Werkzeug, das mir erst mal denselben Standard-Kram servierte. Ich hätte an dieser Stelle wieder aufhören können.

Der Unterschied entstand erst, als ich anfing, bessere Fragen zu stellen. Statt „Was soll ich essen?" fragte ich Dinge wie: Warum kippt mein Plan eigentlich immer abends? Was passiert an den Tagen, an denen ich alles über den Haufen werfe? Ich fing an, der KI meinen echten Alltag zu geben – meine Arbeitszeiten, meine typischen schwachen Momente, die Situationen, in denen ich immer wieder rausfalle. Und plötzlich ging es nicht mehr um Ernährungswissen, sondern um etwas anderes.

Es ging darum, Entscheidungen vorzubereiten, bevor der schwierige Moment da ist.

Ich habe mich in dieser Zeit ziemlich tief in KI eingearbeitet. Nicht, weil ich das vorhatte, sondern weil es mich gepackt hat: wie man Kontext gibt, wie man Fragen strukturiert, warum dieselbe KI je nach Frage völlig unterschiedlich antwortet. Im Kern habe ich nur gelernt, ein Werkzeug ernst zu nehmen, das die meisten Menschen wie eine bessere Suchmaschine benutzen. Was dabei herauskam, war kein Ernährungsplan, sondern eine Art, meine eigenen Entscheidungen im Voraus zu klären.

Damit habe ich nach der Schwangerschaft über 25 Kilo verloren – lange nach dem OP-Bonus, mitten im echten Familienalltag. Nicht über Motivation, nicht über Disziplin, sondern weil ich an den Stellen, die mich früher rausgeworfen hätten, nicht mehr jeden Tag neu verhandeln musste. Und genau deshalb sage ich: Die KI war nicht der Durchbruch. Die Methode war es.

Der kostenlose Mini-Kurs zeigt dir erste Stellen in deinem Alltag, an denen du unnötig neu entscheidest.