Wie ich KI beim Abnehmen nutze
Ein Foto vom Teller, und ich bleibe im Plan
Es gab jahrelang einen Punkt, an dem jeder Plan von mir zusammenbrach: sobald ich außer Haus aß. Restaurant, Einladung, spontan etwas bestellt. Zu Hause konnte ich ungefähr einschätzen, was auf meinem Teller lag, weil ich es selbst zubereitet hatte. Auswärts hatte ich keine Ahnung – keine Waage, keine Packung, keine Nährwertangabe. Und überall dort, wo ich nichts einschätzen konnte, habe ich früher innerlich einfach kapituliert.
„Ich weiß es sowieso nicht, also ist es auch egal." Das war der Satz, mit dem aus einem einzelnen Essen ein kompletter verlorener Tag wurde. Und weil ich den Tag schon abgeschrieben hatte, aß ich abends erst recht noch, was ging. Ein Restaurantbesuch mittags konnte so meinen ganzen Tag mitreißen.
Heute mache ich einfach ein Foto vom Teller oder beschreibe kurz, was drin ist. Die KI schätzt das grob – und grob reicht völlig. Ich muss die Zahl nicht auf zehn Kalorien genau kennen. Ich muss nur ungefähr wissen, wo ich stehe, um danach ruhig weiterzumachen.
Der Unterschied ist nicht das genaue Wissen. Es ist, dass „ich weiß es nicht" kein Grund mehr ist auszusteigen.
Habe ich mittags im Restaurant kräftig gegessen, weiß ich es abends einzuordnen und mache entsprechend leichter weiter – vielleicht nur noch etwas Leichtes oder einen Tee statt einer weiteren vollen Mahlzeit. Kein Drama, kein Neuanfang am Montag. Nur ein Tag, der weiterläuft, mit einer kleinen Korrektur statt einem kompletten Absturz.
Das Schöne daran: Ich kann inzwischen entspannt essen gehen. Ich sitze nicht mehr angespannt vor dem Teller und rechne mir den Abend madig. Ich genieße es, ordne es hinterher grob ein und lebe weiter. Genau das nimmt diesen Situationen ihre Macht – sie sind kein Minenfeld mehr, nur ein normaler Teil des Lebens.