Wenn du immer wieder neu anfängst
Abnehmen nach der Schwangerschaft, als der Bonus weg war
2022 hatte ich bei rund 130 Kilo einen Schlauchmagen bekommen, und zunächst lief die Abnahme fast wie im Bilderbuch. Diese Zeit hat mich ein Stück weit verwöhnt: Ich musste vergleichsweise wenig aktiv tun, und es ging trotzdem verlässlich nach unten. Ich habe mich fast daran gewöhnt, dass mein Körper diesmal einfach mitmacht.
Nach meiner Schwangerschaft 2024 war dieser Bonus vorbei. Anfang 2025 stand ich wieder bei 106 Kilo – von 94, unter denen ich schon mal war. Das war ein harter Moment, weil er eine Illusion zerstört hat: dass es irgendwann „von selbst" weiterläuft. Tut es nicht. Eine OP ist eine Starthilfe, kein Automatismus, und irgendwann ist der Punkt erreicht, an dem wieder du selbst gefragt bist.
Dazu kommt, dass der Körper nach einer Schwangerschaft ohnehin in einem anderen Zustand ist, und der Alltag erst recht. Wenig Schlaf, wenig Zeit, wenig Kapazität für ausgefeilte Pläne. Wer in dieser Phase mit einem strengen, komplizierten Programm ankommt, scheitert fast zwangsläufig – nicht aus Unwillen, sondern weil schlicht die Ressourcen fehlen.
Genau dann brauchst du kein strengeres Programm. Du brauchst eins, das mit wenig Kapazität funktioniert.
Was danach geholfen hat, war nicht mehr Disziplin, sondern weniger Entscheidungen. Simple, wiederkehrende Mahlzeiten, über die ich nicht nachdenken muss. Vorbereitete Antworten für die müden Abende. Eine ruhige Art, mit der Waage umzugehen, statt mich von jedem Wert aus der Bahn werfen zu lassen. Lauter kleine Erleichterungen, die zusammen tragen, auch wenn der Kopf voll und der Tag lang ist.
Damit habe ich über 25 Kilo verloren – lange nach dem OP-Bonus, mitten im echten Familienalltag. Wenn du gerade an einem ähnlichen Punkt bist: Es liegt nicht daran, dass du es verlernt hast. Es liegt daran, dass die einfache Phase vorbei ist und jetzt ein System gefragt ist, das in dein reales, unperfektes Leben passt.